Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sicherheitsfachkraft)- Bestellung und Aufgaben

Die Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sicherheitsfachkraft)

Sie als verantwortlicher Unternehmer oder verantwortlicher der Gesamtleitung haben die gesetzliche Verpflichtung, eine Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sicherheitsfachkraft) schriftlich zu bestellen. Die Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 2 »Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit« der Unfallversicherungsträger (z. B. VBG – Verwaltungsberufsgenossenschaft  oder BGW – Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) regelt die Anforderung der Bestellung der Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sicherheitsfachkraft). Die gewerblichen Unfallversicherungsträger sind die Berufsgenossenschaften, im öffentlichen Bereich sind es die Unfallkassen. Die Bestellung kann bereits ab einem Beschäftigten gefordert sein.

Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit

Die Aufgabe der Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sicherheitsfachkraft) ist es, den Unternehmer in allen Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes richtig und fachkompetent zu beraten und zu unterstützen. Zu seinen Aufgaben zählt beispielsweise die Beratung und Unterstützung bei der Gestaltung der Arbeitsplätze, des Arbeitsablaufs und der Beurteilung der Arbeitsbedingungen. Sie hat den Unternehmer auch bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung zu beraten. Daneben ist die sicherheitstechnische Prüfung von Arbeitsmitteln, Betriebsmitteln und Arbeitsverfahren, sowie die Analyse von Arbeitsunfällen Teil der Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Die wichtigste Aufgabe ist die Prävention. Ziel der präventiven Maßnahmen ist es, die Entstehung von Arbeitsunfällen und berufsbedingte Erkrankung zu verhindern. Eine detailierte Auflistung der Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit findetet man im § 6 ASiG und im Anhang der DGUV Vorschrift 2. Die DGUV Vorschrift 2 unterscheidet zwischen Grundbetreuung und betriebsspezifischer Betreuung.

Qualifikation Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sicherheitsfachkraft)

Geregelt ist die Qualifikation von Fachkräften für Arbeitssicherheit im Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (ASiG). Als Fachkräfte für Arbeitssicherheit dürfen Sie nur Personen bestellen, folgenden Anforderungen entsprechen: Der Sicherheitsingenieur muß berechtigt sein, die Berufsbezeichnung Ingenieur zu führen und über die zur Erfüllung der ihm übertragenen Aufgaben erforderliche sicherheitstechnische Fachkunde verfügen. Der Sicherheitstechniker oder -meister muß über die zur Erfüllung der ihm übertragenen Aufgaben erforderliche sicherheitstechnische Fachkunde verfügen. Die zuständige Behörde kann es im Einzelfall zulassen, daß an Stelle eines Sicherheitsingenieurs, der berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Ingenieur zu führen, jemand bestellt werden darf, der zur Erfüllung der sich aus § 6 ergebenden Aufgaben über entsprechende Fachkenntnisse verfügt.

Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sicherheitsfachkraft) betriebsintern oder extern?

Als Unternehmer steht es Ihnen offen, wen Sie als Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sicherheitsfachkraft) bestellen. Sie haben die Möglichkeit, einen eigenen Mitarbeiter zu benennen oder einen freiberuflich tätigen Experten zu beauftragen.

Die Entscheidung, ob Sie jemanden betriebsintern oder extern beauftragen, sollte genau überlegt werden.

Wichtiges Kriterium Einsatzzeit: Bei kleinen und mittleren Unternehmen fallen oftmals nur eine geringe Stundenanzahl an Einsatzzeit an, welche dazu führt, dass die Einstellung eines Beschäftigten nicht wirtschaftlich ist. Das ist besonders dann der Fall, wenn man berücksichtigt, dass dieser Mitarbeiter jährlich an die Einsatz-, Aus- und Fortbildungszeiten zur Verfügung gestellt werden muss. Für seine Haupttätigkeit steht er nur eingeschränkt zur Verfügung. Auch ist zu berücksichtigen, dass dieser Beschäftigte schnell das Unternehmen verlassen kann und die Sicherheitstechnische Betreuung nicht mehr gewährleistet ist.

Einsatzzeiten der Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sicherheitsfachkraft)

Die Einsatzzeiten sind abhängig von den Gefährdungspotenzialen und der Art des Unternehmens sowie der Anzahl der Beschäftigten. Die Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 2 legt die mindestens zu erbringenden Einsatzzeiten fest. Hierbei handelt es sich um die Grundbetreuung, die von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und vom Betriebsarzt geleistet werden müssen. Im Rahmen der Regelbetreuung (Grundbetreuung und betriebsspezifische Betreuung) ist mindestens die Gundbetreuung zu erbringen. Die Mindesteinsatzzeiten können anhand der DGUV Vorschrift 2 für die entsprechende Branche ermittelt werden. Gerne unterstützen wir Sie hierbei. Die Einsatzzeit ist die Arbeitszeit, die der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt je Jahr mindestens zur Verfügung stehen muss, um seine Aufgaben im Arbeitsschutz wahrnehmen zu können und den Unternehmer fachkundig zu beraten. Die Einsatzzeit ist anteilig auf beide Fachkräfte zu verteilen und regelmäßig neu anzustimmen.

 

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